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Seine Hoheit König Arwar VI. hat in seiner Weisheit eine Verstärkung der diplomatischen Beziehungen erlassen. Seit Jahren reisen nun die sogenannten Delegaten durch ferne Länder und knüpfen Kontakte zum Wohle Arwias.
Bericht des Delegaten Ritter Jindrich von Gozdowa vom Hofe seiner Hoheit Karl, König von Jardana:
So trug es sich auf meiner Reise zu, dass ich am Ende des Jahres 261n.A. im Lande Jardana eintraf. Gemeinsam mit meinem Gefolge, der Iriney-Delegatin Sylia Wallasdotter, erhielten wir eine Invitatio zum Jahresdankfest seiner Hoheit König Karl von Jardana. Eine Festivität auf der verdiente Bürger geehrt und Volks und Adel auf fremden Ländern ein Stelldichein hat.
Am Abend des 29. Tages des letzten Jahresmonats warteten wir vor dem Thronsaal des königlischen Palastes. Jardana ist ein kleines Reich und sein Palast ist im Vergleich zum Hause Arwars ein einfaches Gebäude.
Neben der kleinen arwianischen Delegation fand sich eine Gruppe um den bretonischen Lordkanzler, die bekannte Söldnertruppe "6 Winde" und mehrere lokale Gaukler, Händler und Ehrengäste ein.
Wir wurden von den Bediensten des Königs zu unseren Plätzen geführt. Meine Wenigkeit durfte neben dem Fernhändler Mohamed (??) sitzen. Er enstammt einem fernen Wüsten-Volk. Neben mir wurde meine Begleitung Sylia gesetzt. An der Ehrentafel des Königs saß der Lordkanzler und der Hauptmann der "6 Winde". An Hand der Sitzordnung war gleich klar zu erkennen, dass in Jardana dem Adel seine gallingegebene Stellung nicht zugesprochen wird. Nun, andere Länder andere Sitten.
Sobald die Gäste Platz genommen hatten, erschien seine Hoheit Karl und ihre Durchlaucht Brunhilde auf der Thronempore und empfingen die Huldigungen der Gäste. Es wurden Geschenke überbracht und die hohe Kunst der Gaukelei, Minne und der Gedichte angekündigt.
Seine Hoheit war über die Geschenke erfreut, aber leider waren wir nicht die einzigen Gäste mit kulinarischen Präsenten. Des Weiteren wurde ein junger Mann als Ehrengast begrüßt. Ihn sollte später der Ritterschlag in den Stand des Adels erheben.
Nach der Huldigung wurde der erste Gang, die Pfeffersuppe, aufgetragen. Sie war vorzüglich und an Getränke sollte es uns den ganzen Abend nicht mangeln. Die Bediensteten waren schnell, aufmerksam und fleißig.
Schon bald trug uns der Lordkanzler von Bretonien eine Minne vor, die er der Königin Brunhilde widmete. Sehr erbaulich!
Es folgte ein gar köstlicher Gang mit Huhn, Schwein in edler Sosse und gar köstliche gebratener Brei aus Mais und Ei. Im Anschluss konnte wir einer exotischen Schönheit beim Bauchtanz zuschauen. Sehr interessant so ein Bauchtanz.
Zum Schluß folgte ein köstlicher Winterapfel und Milchreis mit Sommerfrüchten.
Im Laufe der Speisung konnte ich mich intensiv mit dem Händler und Sylias Tischnachbarn unterhalten. Ich mußte den Händler aus der Wüste sogleich fragen ob er die Faraber kennt. Dem war auch so, leider ist er ihnen noch nie persönlich begegnet. Der Tischnachbar Sylias war Jaques, einer der Männer der 6 Winde. Ein sehr interessanter Tischnachbar. Da die 6 Winde stark auf dem fernen Kontinent Mythodea vertreten sind und Arwar der Große eine Expedition befohlen hat, konnte ich viel wissenswertes erfahren. Sir Alister Mc Innes, ein weiteres Mitglied der 6 Winde, ist Lehnsherr am westlichen Siegel. Durch ihn konnte ich hochinteressante Details bezüglich der Politik, Sitten und aktuellen Situation erfahren. Es wurde so gleich ein Treffen auf Mythodea vereinbart. Es wurde uns sogar die Möglichkeit eingeräumt neben ihrem Lager unsere Zelte auf zu schlagen. Doch Hardor von Teufenburg hat bereits ein Lager mit den Farabern geplant.
Der nächste hochinteressante Kontakt konnte mit den Bretonen geschlossen werden. Der Questritter Marcelus konnte mich über das Land Betronien und die besondere Rolle der Questritter aufklären. Die Wahl der Queste als einziges Lebensziel sollte vielen Rittern Arwias als Vorbild dienen. In meinen Augen ist ein Questritter das Sinnbild eines wahren Ritters. Leider sind die Bretonen nicht auf dem Kontinent Mythodea, sonst wäre ein weiteres Treffen vereinbart worden.
Nach dem Nachtisch folgte eine einzigartige Darbietung des Questritters. Zum einen suchte er Hinweise auf den Verbleib von Richard von York, die Suche eben dieses Richards ist seine Queste, und zum anderen trug er ein gar tragisches bretonisches Gedicht vor.
Nach Gedicht und Nachspeise folgte der Ritterschlag des Ehrengastes....
Doch es ereignete sich ein Skandal. Der frisch gekürte Ritter brach unter Schmerzen zusammen. Zum Glück konnten anwesende Heiler seinen Tot verhindern, doch er fiel in eine Art Starre.
Nun, der Kanzler war von der ganzen Situation sichtlich überfordert und kümmerte sich zu erst um die Sicherheit des Königs. Die anwesenden Ritter und weiteren Gäste nahme auf bitten des Kanzlers die Ermittlungen auf. Wie sich herausstellte wurde das Schwert für den Ritterschlag mit einem seltenen Gift bestrichen.
Im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass der Bruder des Königs das Schwert vergiftete hat und damit hoffte den König beim Ritterschlag zu töten. Doch zum Glück für den König hielt er das vergiftete Schwert nicht dem Ritus entsprechend und somit wurde der arme Ritter vergiftet.
Der Bruder beabsichtigte nach dem Tod des Königs die Vormundschaft über den kleinen Kronprinzen zu übernehmen. Somit hätte er sich auf Jahre die Macht gesichert.
Nun, die Anwesenden wurden für ihre Tat zu Ehrenbürgern des Landes Jardana ernannt und wir können uns des Dankes seiner Hoheit gewiss ein.
Am nächsten Tag reisten Sylia und ich ab.
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